Mittwoch, 8. Mai 2013

Redwood National Park

Wettertechnisch fing der Dienstag an, wie der Montag aufgehört hatte. 



Vorher konnte ich mich aber an einem sehr guten Frühstück erfreuen! Auf TripAdvisor stand das Deja Vu als Breakfast-Restaurant ganz vorne, also mal weg von Denny's und rein ins Deja Vu. Eine gute Entscheidung! Das Frühstück dort war dann doch noch ein ganzes Stück besser als bei Denny's. Tolle Einrichtung mit hohen Decken, Spiegeln, Bildern und Sitzbänken, die nicht mit Kunstleder, sondern mit richtigem Stoff bezogen waren (!), ein schneller, sehr freundlicher Service, moderate Preise und last but not least ein phantastisches Essen. Aber leider sind solche Perlen selten und schwer zu finden.



In Redding vor dem Deja Vu habe ich übrigens zum ersten Mal bei diesem USA-Aufenthalt eine Parkuhr füttern müssen. Allerdings sind die Preise mit 10 Cent/15 Minuten (ca. 0,07 €) weit von dem entfernt, was die Raubritter in D verlangen.

Die Fahrt Richtung Redwood NP führte wieder über reichlich Pässe und durch sich abregnende Wolkenfelder. Auf der Strecke gab es auch mehrere längere Stopps, da größere Baustellen eingerichtet waren, die nur einspurig passierbar waren. Der längste Stopp dauerte fast 30 Minuten. Da steht dann an jeder Seite ein Bauarbeiter, der den Verkehr stoppt und irgendwann kommt der Gegenverkehr in einer riesigen Karawane, angeführt von einem Pilot Car, vorbei.



Aber schließlich lagen die Berge hinter mir, der Regen hörte auf und als ich auf den berühmten Küsten-Highway 101 fuhr, zeigte sich neben dem Pazifik endlich wieder blauer Himmel.




Und irgendwann war ich dann auch in Crescent City angekommen und konnte abends den größten (und einzigen) Vorzug meines Motels genießen, den Blick auf den 100 m entfernten Pazifik.



Und zum Abschluss des Tages gab es noch farbenfrohe Blüten und rumwuselnde Squirrels.





Montag, 6. Mai 2013

PARTIALLY OPEN

The road is cleared beyond the visitor center and is open to pedestrians and bicycles. The road is open to vehicles to Sulphur Works (1 mi.) from the southwest entrance on weekends only.

So der offizielle Road-Status lt. Parkverwaltung für den Lassen Volcanic National Park Highway. Die Öffnung der Straße wird ca. am 24.05. erwartet.

Nachdem gestern schon der Mono Lake bzw. Lee Vining so weit unter meinem Erwartungshorizont blieben, dass sie aus der Planung fielen und der Aufenthalt in Reno einen Tag nach vorne rutschte, muss ich meine Planung nun überdenken.

Gestern bin ich eine große Strecke durch Täler und über Berge bzw. Pässe gefahren. Ein Großteil der Strecke lag auf einer Höhe zwischen 2.500 m und 2.700 m. Als Flachlandtiroler merkte ich das insbesondere, als ich in der Ghost Town Bodie die Steigungen hochlief. Die Wolken hatten ebenso ihre Probleme, über die Berge zu kommen; sie blieben einfach hängen und regneten ab. 




Und so war die Fahrt gestern eine recht feuchte Angelegenheit. Die Temperaturen fielen teilweise unter 10° C, so dass ich gestern abend in Reno erstmals wieder eine Jacke brauchte.

Noch ein paar Anmerkungen zu Lee Vining und zum Mono Lake: Lee Vining ist ein verschlafenes Kleinstadtkaff, das eigentlich nur durch seine Nähe zum Yosemite National Park punktet. Viele Leute nehmen sich statt der teuren Unterkünfte im Park ein billigeres Zimmer in Lee Vining und dafür eine kleine Anreise zum Park in Kauf. Der Mono Lake mag vielleicht für Angler und Wassersportler interessant sein, ich konnte ihm gestern bei trübem Wetter rein gar nichts abgewinnen.







Also bin ich nach Bodie, einer alten Ghost Town, weitergefahren. Die letzten Meilen führten über eine rough unpaved road mit schönem washboard effect (diese kurzen Querfugen, die in der Form an ein Waschbrett erinnern). Den Grand Cherokee mit 50 Sachen und mächtiger Staubfahne hintendran darüber zu jagen, machte Laune. 

Seit 1962 hat Bodie den Rang eines State Parks, was auch mit sich bringt, dass Besucher sich mit einem Eintritt an den Kosten beteiligen müssen. Ich musste 7 $ zahlen und eine Self Registration machen. Man nimmt sich aus einer Box einen Umschlag, auf dem man die gewünschten Angaben und die Höhe der Entrance Fee einträgt, steckt die Bucks in den Umschlag und wirft ihn dann in eine Säule, die der Ranger später leert. Den Kontrollabschnitt legt man auf's Armaturenbrett. Nun noch ein paar Eindrucke von der Ghost Town:







Von Bodie aus ging's weiter nach Reno. Hier habe ich mir bei priceline.com ein Zimmer im Siena Hotel Spa und Casino geschossen. Reno ist nicht von der in Las Vegas ausgebrochenen Bauhysterie befallen, alles etwas beschaulicher und ich habe die Stadt sogar nach über 20 Jahren noch wiedererkannt. Ich habe auch etwas gegamblet, aber in die Begeisterung, die vor 20 Jahren zu durchspielten Nächten führte und man sein Hotelzimmer nur zum Koffer abstellen sah, bin ich nicht gekommen. Es waren nur zwei drei Blackjack-Tische auf und das Publikum war zu 90 % so alt, dass ich mich fragte, wie schnell im Fall des Falles wohl der Notarzt da sein könnte. Dass in USA die Bekleidungsregeln der Casinos lockerer als in D sind, ist bekannt. Diverse Besucher sahen aber aus, als hätten sie gerade Mittagspause auf ihrer Baustelle oder wären aus dem Obdachlosenasyl geflogen ... ich weiß nicht.

So, und nun bin ich wieder am Anfang. Es muss wohl ein neuer Plan her (für die Zeit bis San Francisco, 14. Mai). Ich denke, ich werde gleich die 320 km nach Redding unter die Räder nehmen und dann schaun mer mal. Vielleicht doch hoch Richtung kanadische Grenze (Portland, Seattle) und dann die Küste runter bis San Francisco?

Sonntag, 5. Mai 2013

Ein übles Machwerk ...

... dieses Video (apologize @Caro). Ein- und freihändig aufgenommen, aber die Stimmung war einfach überwältigend. Plötzlich spielten sie Everlasting Love (zwar in einer Coverversion von U2), ein Song, der in der Ende der 60er herausgekommenen Version von Love Affair in meinen ewigen Top 100 steht. Dazu die Weite und Einsamkeit der Prärie, da konnte ich einfach nicht anders, als aufzudrehen und den Videomodus einzustellen.



Survived the desert

Ja, ich habe sie überlebt, die Wüste des Death Valley. Aber im Hochsommer möchte ich ehrlich gesagt hier nicht abgemalt sein. Die Thermometer zeigten schon vormittags oder abends Temperaturen von um die 100° Fahrenheit an (umgerechnet 38° C), im Hochsommer um die Mittagszeit ist es dann richtig schön kuschelig warm! 

Meine Posts kommen derzeit etwas unsortiert, weil es im Death Valley und im Umkreis von rund 50 km weder Mobiltelefon- noch Internet-Empfang gibt. Das bisschen Wifi im Stovepipe Wells "Hotel" brach ständig zusammen und lieferte nur zufällig mal ein paar Byte.

Das Zimmer war übrigens völlig o.k. und hatte auch ein eigenes WC. Die Größe war mit deutschen Doppelzimmern vergleichbar, die AC machte richtig kühl und zum Ausgleich für den fehlenden refrigerator gab es einen Beutel Eiswürfel umsonst. Und das ganze Personal war ausgesprochen nett!

Abends vor Sonnenuntergang habe ich noch die Wanderstiefel angeschnallt und bin die Mesquite Flat Sand Dunes in der Nähe hoch- und runtergestapft. Leider tummelten sich Schleierwolken vor der Sonne und es gab kein hartes Licht, welches die Konturen der Dünen hervorgehoben hätte.

Für den nächsten Morgen hatte ich mir den Wecker auf 4 Uhr irgendwas gestellt, um den sunrise am Dantes View zu erleben. Das ist leider in die Hose gegangen, da ich erst um halb sechs wachgeworden bin. Muss wohl doch wieder statt "Südstadt verzäll nix" diesen nervenden Alarmton beim Weckruf einstellen.

So war ich natürlich viel zu spät dran und als ich kurz vor sechs losdüste, war's schon hell. Dann noch die über eine Stunde dauernde Fahrt zu Dantes View und die erneut auftretenden Schleierwolken und der Gedanke an spektakuläre Aufnahmen war abgehakt.

Aber die Fahrt dorthin und vorbei an den zahlreichen Highlights unterwegs war wie schon 1987 ein unvergessliches Erlebnis. Auf dem Weg nach oben, der immerhin 1.700 m Höhenunterschied aufzuweisen hat,  sind mir übrigens zwei "Verrückte" begegnet, ein Mann und eine Frau, die die Straße dorthin hochliefen.






















Das Schöne an Las Vegas ...

... und das soll bei allem Negativen nicht untergehen, ist die Nähe zum National Park Valley of Fire. Schon vor mehr als 20 Jahren haben uns diese von der Natur geschaffenen Meisterwerke begeistert und der Zauber ist nach wie vor aktiv.

Diese Farben und Formen, die Weite und Stille ... das lässt sich weder beschreiben noch in Fotos festhalten, na ja, ein paar zeige ich trotzdem.