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Sonntag, 3. November 2013

Berlin-Revival II

Pünktlich um 9 ging's am Freitag los und dank freier Autobahn standen wir kurz vor 12 vorm Bogota. Parkplätze waren leider ausgebucht und so mussten wir uns ein Parkhaus in der Nähe suchen. 800 m entfernt fanden wir eins in der Uhlandstraße, Ecke Lietzenburger Straße. Rein, raus, ab zum Taxistand und pünktlich um 12:30 waren wir am Bocca di Bacco.

Leider war das Esserlebnis diesmal nicht ganz so überzeugend wie beim ersten Mal. Am gewünschten Gargrad medium-rare meines Rindersteaks ist die Küche ein Stück vorbeigeschrammt; das war schon gut medium. Während das weibliche Service-Team letztes Mal eine überzeugende Leistung abgeliefert hatte, zeigte das männliche Team diesmal deutliche Schwächen. Wenn meine Flasche Wein abseits vom Tisch plaziert wird, erwarte ich, dass mein Glas rechtzeitig nachgeschenkt wird und ich nicht ständig den Kellner auf mein leeres Glas aufmerksam machen muss. Das ist eine Nachlässigkeit, auf die ich allergisch reagiere. Na ja, neuer Versuch macht kluch.

Anschließend mit dem Taxi zum Parkhaus, Gepäck aus dem Auto holen und zum Einchecken ins Bogota. Tief eintauchen in die 60er Jahre war nun angesagt, vom wild gemusterten Teppichboden über Seidentapeten bis zur Ausstattung des Zimmers ... alles authentisch. 





Aber die Atmosphäre dieses Hauses ist schon ganz besonders, man atmet Geschichte und auch die Gäste sind anders, viel weltoffener und kommunikativer als man das heutzutage gewohnt ist. So wurden wir von einem Gast angesprochen, als wir abends mit einem Gläschen Rotwein im grünen Salon saßen und auf unsere Einladung setzte er sich zu uns und schnell entspann sich ein unterhaltsames Gespräch.

Das kulturelle Highlight des Tages war ein Besuch der frisch eröffneten Helmut Newton-Ausstellung im Museum für Fotografie. Sehr beeindruckend, das Lebenswerk dieses großartigen Fotografen in komprimierter Form erleben zu können.



Den Abend verbrachten wir mit Kölsch, Himmel un Ääd und Pomi, Rudolf und Michael im Gaffel Haus Berlin an der Friedrichstraße. Die Kellnerin erkannte uns gleich wieder und wir hatten sogar den gleichen Tisch wie vor drei Wochen. Leider war die Flönz überwürzt und ein auf drei Bildschirmen laufendes Fußballspiel störte die Kommunikation.

Am nächsten Morgen besuchten wir im Nolde Museum am Gendarmenmarkt die neue Ausstellung EMIL NOLDES SPÄTE LIEBE. DAS VERMÄCHTNIS AN SEINE FRAU JOLANTHE. Ein sehr informativer Film über Noldes Leben und sein Lebenswerk sowie eine schöne Auswahl seiner kraftvollen Werke bescherten uns einen wunderbaren Vormittag.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Berlin-Revival

Unsere Berlinreise vor drei Wochen hatte einige Highlights zu bieten (siehe Vollsperrung und Schlemmertag). Als wir gestern in gleicher Runde bei Da Vito zusammensaßen, kam die Rede wieder auf das Hotel Bogota, das uns seinerzeit mächtig beeindruckt hatte.




Nachdem auch wieder mal die Aussage gefallen war, dass wir damals gerne im Hotel Bogota übernachtet hätten, wenn wir schon von der bevorstehenden Schließung im Dezember gewusst hätten, habe ich mich kurzerhand ans Telefon gehangen und im Bogota angerufen. 

Ergebnis: Wir, die gleiche Runde wie vor drei Wochen, fahren morgen nach Berlin und übernachten im Hotel Bogota. Und dann können wir wie Helmut Newton sagen: "Wir schliefen in heiligen Räumen.“

Und da wir vom Bocca di Bacco und dem Gaffel Haus Berlin so begeistert waren, haben wir dort für mittags bzw. abends einen Tisch reserviert. Abends stoßen zudem noch die liebe Pomi und der liebe Rudolf zu uns. 

Samstag, 12. Oktober 2013

Schlemmertag

Der Regengott machte heute Pause und so schlurften wir bei Temperaturen um 18 Grad zur Schiffsanlegestelle Moltkebrücke gegenüber dem Hauptbahnhof. Ein ziemlich langer Dampfer für geschätzt 200 bis 300 Leute lag schon bereit, startete um 10 Uhr aber nur mit unserem Vierergrüppchen und einem Pärchen zur einstündigen "Stadtkernfahrt".



Neben Kanzleramt, Reichstag und vielen weiteren Highlights rechts und links der Spree führte die Fahrt auch an der Ständigen Vertretung vorbei und beim Anblick der Gaffel-Schirme bekam ich gleich wieder Durst.




Doch standen kölsche Leckereien heute nicht auf dem Programm. Zur Galeries Lafayette in der Friedrichstraße wollten wir,  doch zuvor warfen wir noch einen Blick auf den Hauptbahnhof. 



Die Galeries Lafayette bot zwar architektonische Genüsse, kulinarisch war der Bistro-Charakter aber heute nicht das,  was wir uns vorstellten,  und so fiel unsere Wahl auf einen schicken Italiener gleich gegenüber,  das Bocca di Bacco


Dort stellte ich mir ein kleines Menü aus Kürbiscremesuppe mit Zitronen-Saiblingen, Ravioli gefüllt mit Maronen an Thymianbutter, flambiertes Pfefferfilet vom Rind und Parfait von Cantuccini mit Vin Santo-Sauce zusammen. Begleitet wurde dieses Menü von einem Fläschchen Barbera d'Asti Superior.

Tja, was soll ich sagen, das war eine sehr weit oben anzusiedelnde Spitzenleistung. Feines Ambiente, toller Service und Speisen und Getränke vom Feinsten. Heraus stachen das exorbitant gute Rinderfilet mit einer Fleischqualität,  wie man sie nur selten findet, das frische italienische Landbrot (hell und dunkel) mit einem dazu gereichten wunderbaren Olivenöl sowie Oliven und last but not least der fantastische Espresso. Auch von meinen Tischnachbarn waren nur begeisterte Kommentare zu vernehmen. 



Nach diesem kulinarischen Höhenflug ging es kurz zum Verschnaufen ins Hotel.  Zum abendlichen Teil unseres Schlemmertages fuhren wir ins ehemalige Ostberlin.  Unser Kontrastprogramm bestand aus einem Besuch bei Curry-Fritze. Im Netz hatte ich öfters gelesen, Curry-Fritze würde gewisse andere Currywurst-Bratereien mit Kultstatus (Tourischuppen) locker in die Tasche stecken. Mangels direktem Vergleich kann ich dazu nichts sagen, aber eins weiß ich ... die Currywurst war so lecker, dass ich noch 'ne zweite gegessen habe. 


Nach einem kleinen Fußmarsch zur Oberbaumbrücke machte ich noch ein paar Fotos 
von der illuminierten Brücke. Nächster Haltepunkt sollte eigentlich die amerikanische Botschaft am Brandenburger Tor sein. Nachdem wir uns im Schneckentempo durch den riesigen Stau gequält hatten und dort auf Sechserreihen Fotografen und Stativwälder schauten,  haben wir das Ganze für heute abgeblasen. 





Donnerstag, 10. Oktober 2013

Vollsperrung

160 km gefahren und dann 'ne Vollsperrung bei Wolfsburg mit 1 1/4 Stunden Wartezeit, Hubschrauber, Notarzt etc.

Aber jetzt sitzen wir gutgelaunt in der Kaffeestube an der Nicolaikirche, ein Bierchen vor uns und warten auf Schnitzel mit Steinpilzen, Königsberger Klopse und andere Leckereien.




Nach dem Einchecken und einer kurzen Pause in unserem Hotel, dem Hotel Motel One Berlin-Bellevue, ging es raus ins regnerische Berlin. Schlüterstr. 45, unter dieser Adresse findet man derzeit noch das Hotel Bogota, ein Hotel mit reicher kultureller Tradition, das nun nach 50 Jahren als Ergebnis eines langen Rechtsstreites zwischen Eigentümer und Pächter schließen muss. Ein bisschen Geschichte schnüffeln,  ein paar Eindrücke sammeln ...



Zufällig entwickelte sich dabei ein längeres, anregendes Gespräch mit einer langjährigen Stammgästin, die auch derzeit wieder mit ihrem Hund im Bogota logiert. Schöne Orte auf dieser Welt, Reisen, Gentrifizierung und natürlich Hunde, wir hätten noch lange quatschen können. 

Gleich die Ecke rum trafen wir auf die Glitzerwelt des Ku'damms und kämpften uns von hier aus durch die Berliner Baustellenlandschaft zu unserem nächsten Ziel durch, dem Gaffel Haus Berlin

Da geht einem als Kölschem doch gleich das Herz auf, wenn man an einem blankgescheuerten Wirtshaustisch sitzt und ein wunderbares Gaffel serviert bekommt. Himmel un Äd, eines der kölschen Natinalgerichte, wurde uns in erstklassiger Qualität serviert (zum Niederknien!) und so wurde das ein rundum gelungener Abend. Selbst meine Mitreisenden aus der niedersächsischen Provinz waren äußerst angetan und Heidi vergaß angesichts der laufend neu servierten Kölsch ihre Abneigung gegen Bier im Allgemeinen. 


Freitag, 20. September 2013

Berlin, Festival of Lights, 9. bis 20. Oktober 2013

Im Oktober, wenn beim 9. FESTIVAL OF LIGHTS Berlins Wahrzeichen, Gebäude, Straßen und Plätze mit fantastischer Lichtkunst in Szene gesetzt werden, wird Berlin wieder zur leuchtenden Bühne! 

Eine vielversprechende Ankündigung, die besonders aus fotografischer Sicht viele Highlights bieten könnte. Also kurz rumgefragt und nun fahren wir zu viert vom 10. bis 13. Oktober nach Berlin.

Ein paar Restaurants abarbeiten, die bei der Tour im März liegen geblieben sind, Fernsehturm, Weltballon, Schiffstour und nachts natürlich die Lichtkunst, ach, Langeweile werden wir in Berlin mit Sicherheit nicht haben.